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Zu Besuch beim Zeitgarten e.V. in Tawern

Ein Vorbild für gutes Leben im Alter

Vor kurzem war ich beim Zeitgarten e.V. in Tawern zu Besuch und habe dort ein beeindruckendes, niedrigschwelliges Angebot für Seniorinnen und Senioren kennengelernt. In Gesprächen mit den Besucherinnen und Besuchern wurde spürbar, wie sehr dieser Ort Einsamkeit vorbeugt, den Alltag strukturiert und Angehörige entlastet.

 

Der Zeitgarten e.V. wurde 2017 gegründet und ist seit 2018 als Einrichtung zur Betreuung im niedrigschwelligen Bereich aktiv. Er ist anerkannt, um mit den Pflegekassen abzurechnen – etwa über den Entlastungsbetrag von 131 Euro oder Verhinderungspflege, die viele für Haushaltshilfe nutzen. Dabei ist entscheidend: Der Zeitgarten bietet Unterstützung im Haushalt, ist aber bewusst keine Reinigungsfirma, sondern stellt die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt.

 

Was mit drei engagierten Frauen – darunter Initiatorin Karla Kroon – begann, ist heute ein professionelles und zugleich familiäres Angebot mit rund 200 Kundinnen und Kunden sowie etwa 50 haupt- und ehrenamtlich Engagierten. In kleinen Gruppen von maximal zehn Personen (künftig 14 in den neuen Räumlichkeiten im Dorfkern) wird gemeinsam gelacht, gesungen, gebastelt, Zeitung gelesen und Erinnerungsarbeit geleistet. Gerade demenziell erkrankte Menschen finden hier einen geschützten Rahmen. Ziel ist immer: Die Menschen sollen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können – und Angehörige sollen spürbar entlastet werden.

 

Damit leistet der Zeitgarten auch einen wichtigen Beitrag für die kommunalen Haushalte. Denn wenn Rente, Pflegeleistungen und Ersparnisse die hohen Eigenanteile in Pflegeheimen nicht decken, muss am Ende häufig das Sozialamt einspringen. Jede und jeder, der durch solche Angebote länger zu Hause leben kann, entlastet auch die Kommune – und erhält gleichzeitig mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung.

 

Genau hier knüpft die Politik der SPD Rheinland-Pfalz an. Wir wollen ein gutes Leben im Alter vor Ort ermöglichen: mit wohnortnahen Unterstützungsangeboten, starken Pflegestützpunkten und dem Ausbau der Gemeindeschwester plus. Diese besucht ältere Menschen zu Hause, berät, vernetzt und hilft, passende Hilfsangebote zu finden – Angebote wie den Zeitgarten. Beides gehört für mich zusammen: eine verlässliche, präventive Ansprache durch die Gemeindeschwester plus und konkrete Betreuungs- und Begegnungsorte im Dorf.

 

Der Zeitgarten in Tawern zeigt sehr eindrücklich, wie soziale Infrastruktur im ländlichen Raum aussehen kann: nah an den Menschen, gemeinnützig, mit viel Herz und Professionalität. Solche Initiativen brauchen Rückenwind – von der Landespolitik, von den Kommunen und von uns allen. Darum bin ich überzeugt: Strukturen wie der Zeitgarten sollten wir nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt fördern und ausbauen.

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